Wozu braucht es Texter?

Korrektorate

Würden Sie noch bei Ihrem alten Englisch Lehrer klingeln, um nach der Übersetzung eines Wortes zu fragen? Nein, Google Translate tut’s in solchen Fällen durchaus; es ist gratis, schnell und ohne verpflichtenden Smalltalk verbunden. Wenn man heute alles im Internet findet, wozu braucht es noch Menschen, die Texte schreiben, korrigieren und auseinander nehmen?

Radioaktive Seife: Das „Google Translate Problem“

Diese Frage ist natürlich für jeden im Texter-Bereich Tätigen wichtig, aber auch für Text-Unsichere, denn: Algorithmen können längst nicht alles, auch wenn man dies als Nutzer denken mag. Gerade uns als nicht Unmündige in Sachen Technik wird daher kritische Reflexion abverlangt und man sollte sich der technischen Gewalt nicht gelähmt unterordnen. Die Unzulänglichkeit technisierter Sprache wird schon klar, wenn man einen Satz – oder gewisse Wörter – bei Google Translate eingibt, übersetzt und dann das Resultat rückübersetzt – oder ist „Kernseife“ nun über die „nuclear soap“ zur „nuklearen Seife“ avanciert?* Darüber kann man sich nur den Kern spalten.

In zusammenhängenden Texten wird die Sache dann noch komplexer. Die Rechtschreibung kann man durch die Korrektur im Word schon besser ausmisten, aber auch dann finden sich Tippfehler, ganz zu schweigen von grammatikalischen Fiaskos in vermeintlich korrigierten Texten. Dies alles ginge noch, jedoch macht diese Bilanz keinen starken Text aus, nein, dazu braucht es mehr. Es braucht einen Menschen, der diese Unmengen an Information mit all seinen Sinnen bearbeitet und in einen Kontext setzen kann.

Durchschauen, blossstellen und entlarven – das schafft nur der Mensch

Eine Person blickt auf einen Text komplett anders als ein Roboter, der die Strukturen nur oberflächlich scannt. Wir verstehen mitgemeinte Bedeutungen, finden tieferen Sinn, stellen Strategien und Absichten bloss und lesen Ironie aus dem Wortgeflecht heraus – und schon steht der Text nackt da und alle Imperfektionen können ausgelotet werden.  Dazu braucht es mehr, als ein Programm leisten kann, ein Text braucht einen sinnlichen Zugang.

Doch nicht nur auf der inhaltlichen Ebene kann ein Mensch mehr leisten, als ein Programm, auch auf der strukturellen Ebene. Die Einheitlichkeit ist beispielsweise ein exemplarisches Merkmal für einen guten Text: Werden optionale Kommas regelmässig gesetzt (z.B. bei Infinitivsätzen), die Zeitform sinngemäss angewendet, Abschnitte intelligent unterteilt, etc.? Faktoren, bei denen auch das Word-Programm noch keinen Überblick hat, aber des Menschen Sinnigkeit sofort den Überblick gewinnt.

…weil Sprache mehr als Wörter ist

Texte entstehen, wenn man Wörter aneinanderreiht. Das kann jeder. Aber kann es jeder gut? Texte bewegen sich nicht nur in Strukturen, sie müssen mit allen Sinnen geschrieben werden – dann werden es gute Texte, dann werden es sinnige Texte. Programme nehmen uns vieles ab, doch geht die Essenz eines Gebildes, wie die eines Textes, verloren.

Retten Sie ihr Geschriebenes, lassen Sie einen Menschen ran! Suchen auch Sie jemanden, der Ihnen seine/ihre Sinne leiht? Dann jetzt eine Anfrage senden für Texte aller Art an info@content-matters.ch.

Mens agitat molem!

*Mehr Google Translate Fails: giga.de

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