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Was ist eigentlich Tiktok? Meine Feldstudie mit unerwarteten Resultaten!

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Zuerst mussten wir uns an Instagram gewöhnen, dann von Vine verabschieden und nun soll Tiktok die neue Social Media Plattform sein? Dass der Hype um Tiktok ernst nehmen muss, ist mir dann zum ersten Mal Ende 2018 im Glattzentrum klar geworden, als sich dort ein Strom von Teenagern gegenseitig in eine Richtung buxierten: zur Bühne beim Starbucks, wo das Fantreffen mit Tiktok Stars stattfand. Im gleichen Zuge habe ich mir als Social Media Managerin natürlich gleich einen Account eröffnet – den ich nun ernsthaft auszutesten angefangen habe. Doch, worum geht es bei Tiktok eigentlich? Und wie kannst auch du Tiktok in deiner Social Media Strategie nutzen?

Definition und Erklärung von Tiktok

Tiktok ist «das Instagram der Videos», eine Social Media Plattform, auf dem die User kurze Videos posten können. Diese können bis zu 1 Minute lang sein. Die Videos werden meistens mit Musik hinterlegt, die gerade im Trend ist oder mit Sprechsequenzen, zu denen man im Video die Lippen bewegen kann. Das Besondere bei Tiktok ist, dass die App viel Raum für Kreativität lässt, ohne dass man Erfahrung mit Videos braucht, das Filmen von einzelnen Sequenzen klappt für jeden Anfänger innert Sekunden und die Video App stellt Übergangseffekte und Filter bereit. Die User können einander folgen, die Profile öffentlich oder privat geschalten sein.

Der Tiktok Feed: «Für dich» Seite und «Folge ich» Feed

Die öffentlichen Videos werden wie auf Instagram auf die Entdecken Seite gestellt. Auf Tiktok heisst diese Seite jedoch «Für Dich». Dort werden einem Videos angezeigt, von denen der Tiktok Algorithmus glaubt, sie würden einem gefallen. Besonders auffällig: Es werden Inhalte aus der Nähe und mit gleicher Sprache angezeigt – eine digitale Glocalisation, welche nun auch Instagram langsam einführt! Neben der Für dich Seite liegt auch der «Folge ich» Feed versteckt. Öffnet man die App, landet man aber bezeichnenderweise auf der «Für dich» Seite, wodurch alle Accounts vermehrt gepusht werden. Genau dort liegt die Anziehungskraft von Tiktok: Das hohe Engagement, welches aus der Präsentation der Inhalte resultiert. Auch ich habe nach einer Woche bereits 10K Likes erhalten – nicht schlecht, oder?

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So sieht die App beim Öffnen aus, wenn man auf der „Für dich“ Page landet, oben kann zwischen den Feeds gewechselt werden. 
Screenshot der Tiktok Startseite, 22.7.19

Mehr Engagement auf Tiktok durch den Tiktok Algorithmus

Wie auch auf Instagram bestimmt der Tiktok Algorithmus, welche Videos einem vorgeschlagen werden. Besonders interessant ist es, einen viralen Hashtag zu verwenden. Hashtags sind auf Tiktok meistens mit Challenges verbunden – aktuell z.B. die #richcatchallenge, unter der Videos gelistet werden, in denen die Verwöhntheit der eigene Katze entblösst wird. Ein Video kann auch mehrere Tage nach dem Posten beliebt werden, der Tiktok Algorithmus scheint die Aktualität weniger Bedeutung beizumessen als beispielsweise Instagram, sondern eher dem Engagement und User Signals. Ganz voraussagen kann man nicht, welches Video mit dem Tiktok Algorithmus viral gehen wird, jedoch sollte es momentan einfacher sein, da die Nutzerzahl den Take-off-Point erst gerade erreicht.

Viral gehen auf Tiktok ist einfacher als irgendwo sonst: 500 Follower an einem Tag und 300K Views auf Tiktok

Mein eigenes Beispiel zeigt es eigentlich ziemlich deutlich, wie viel Power hinter dem Tiktok Konzept steckt. Natürlich braucht es etwas Gespür und Wissen, um herauszufinden, wie man die App am besten nutzen kann. Mit meinem SEO Wissen bei Instagram scannte ich die App nach Hinweisen, wie man sich möglichst stark positionieren kann. Diese hatte ich bald gefunden und meine Tests laufen lassen. Die Resultate sprechen für sich: über 310K Views, 8.4K Likes und 462 Kommentare auf dem Video am Christopher Street Day hier in München – einem absolut zufälligen Video, das ich mit anfänglich 0 Followern gepostet hatte und das nun auf Tiktok viral geht.

Auf Tiktok viral gehen

Das Video Links hat bereits nach 5 Tagen 315K Views, 8.4K Likes und 462 Kommentare erhalten!
Screenshot Tiktok App, 22.7.19

Jetzt habe ich übrigens über 500 Follower, ohne mir gross Mühe zu geben. Und nun sollte sich jede Firma überlegen: Kannst du es dir leisten, eine solch grossartige Exposure zu missen? Jetzt ist nämlich der perfekte Zeitpunkt, anzufangen, während andere sich nämlich noch mit dem Instagram Algorithmus abmühen.

Tiktok Follower gewinnen

Jetztiger Stand des Profils nach 10 Tagen: 552 Follower mit der richtigen Tiktok Strategie!
Screenshot Tiktok, 22.7.19

Zielpublikum und Content/Community Einschränkungen bei Tiktok

Ja – Tiktok hat Nachteile! Erstens: Das Zielpublikum ist gefühlte 14 Jahre alt. Die Kommentare zu 80% unbrauchbar. Ausserdem wird durch die Konzeption der Kommentarfunktion das Aufkommen einer Konversation verhindert, da nicht mehr als eine Antwort auf den vorhergehenden Kommentar angezeigt wird. Vorherige Stufen gehen in der Kommentarflut unter. Dies macht ein Community-Forming schwierig. Auch die Bio bietet nur Platz für 60 Zeichen, die Videocaptions etwas mehr. Dies hat starke Implikationen fürs Branding.

Die richtige Branding Strategie finden für Tiktok

Als Brand muss man sich vorher genau überlegen, wie man Tiktok am besten nutzt. Für mich ist es ein Traffic Generator für andere Kanäle. Doch die Social Media App Tiktok kann noch mehr! Sie bietet die Möglichkeit, sich «von einer anderen Seite» zu zeigen und die Herzen der nächsten Kundengeneration zu gewinnen. Dies aber weniger über Sprache, sondern über Visualität und Emotionen. Unter Berücksichtigung des Jugendschutzes kann hier mit strategischer Kommunikation meiner Meinung nach ein starkes Priming hin zur Emotionalisierung rund um eine Marke erzeugt werden. Wie Instagram bietet Tiktok auch die Ad-Funktion an – auch dort ist Herausstechen angesagt, viele Ads wirken im Vergleich zur humorvollen Videoflut langweilend und abgedroschen – man scrollt weiter. Fürs Branding ist Folgendes zu beachten:

  • Kommunikation läuft über die Videos selbst und nicht die Captions. Der Video Feed zählt!
  • Qualitative Videos lassen einen herausstechen.
  • Ads zielpublikumsgerecht gestalten.
  • Mit Influencern arbeiten.
  • Traffic auf Instagram oder andere Social Media Kanäle weiterleiten
  • Wissen, wie man den Algorithmus am besten nutzt und immer am Ball bleiben, was gerade «in» ist.
  • Konstantes Posten und Interagieren, am besten mit der speziellen Tiktok Strategie von Content Matters

Noch sind wenige professionelle Accounts auf Tiktok – darum ist es jetzt einfacher als zuvor, hervorzustechen. Meine Empfehlung: Am besten heute anfangen! Falls dir das alles zu viel ist, dann hol dir mich als deine Social Media Expertin dazu, um von Anfang an alles richtig zu machen. Einfach unverbindlich nachfragen: